FAQ

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Modul CAUTI Surveillance.

Falls Ihre Frage in den FAQ nicht aufgeführt ist, hilft eventuell das Surveillance-Handbuch weiter. Ansonsten stehen Ihnen die Kontaktpersonen zur Verfügung.

Hauptzielgruppe des CAUTI Surveillance-Moduls sind Schweizer Akutspitäler, da dort die meisten Blasenkatheter gelegt werden. Nicht-Akutspitäler wie bspw. Reha-Kliniken können aber ebenfalls am Modul teilnehmen.

Ja, das ist möglich. Die Überwachung erfolgt organisationseinheitsbezogen. Die Organisationseinheiten sind gemäss der Liste der Fachgebietscodes der ECDC (analog Punktprävalenzerhebung) festgelegt. Je nach Grösse des Spitals können das ganze Spital oder einzelne Organisationseinheiten in die Surveillance einbezogen werden. Bei der Teilnahme mit einzelnen Organisationseinheiten wird empfohlen, falls möglich, eine Mindestzahl von 100 Betten in die Überwachung einzuschliessen.

Das Spital kann frei wählen, welche Organisationseinheiten es in die Surveillance einbeziehen will. Ein Wechsel der ausgewählten Organisationseinheiten ist jährlich möglich. Zu Beginn einer Erfassungsperiode von 12 Monaten (Kalenderjahr) kann das Spital jeweils eine Änderung der überwachten Organisationseinheiten beschliessen.

Es werden alle Patientinnen und Patienten erfasst, die im Zeitraum der Surveillance hospitalisiert sind und im Verlauf ihres Spitalaufenthalts einen Blasenkatheter erhalten oder bereits katheterisiert eintreten. Patientinnen und Patienten ohne Blasenkatheter werden nicht einzeln in der zentralen Datenplattform erfasst. Die teilnehmenden Spitäler melden jedoch die Zahl der hospitalisierten Patientinnen und Patienten sowie die Zahl der Patiententage pro Quartal und pro überwachte Organisationseinheit, um die Berechnung der Catheter utilization ratio (CUR) und der CAUTI-Raten zu ermöglichen.

Es werden alle stationären Patientinnen und Patienten eingeschlossen, unabhängig von ihrem Alter.

Alle Patientinnen und Patienten mit einem Blasenkatheter werden in der zentralen Datenplattform erfasst, unabhängig davon, ob die Kriterien für eine Infektion erfüllt sind oder nicht. Auf diese Weise kann eine automatisierte Infektionsdiagnose direkt in der Datenplattform durchgeführt werden.

Nein, Patientinnen und Patienten mit Spülkatheter werden nicht berücksichtigt, da es sich dabei um eine spezifische therapeutische Indikation handelt.

Ja, Patientinnen und Patienten, die nur für die Dauer der Operation einen Blasenkatheter erhalten, müssen auch erfasst werden. Diese Blasenkatheter sind aufgrund der kurzen Liegedauer (≤ 48 Stunden) zwar nicht CAUTI-relevant, fliessen aber in die Berechnung der Katheternutzung ein.

Solange kein Austrittsdatum bekannt ist, da die Patientin, der Patient noch nicht entlassen wurde, kann der Fall nicht abgeschlossen werden. Der Fall kann jedoch trotz der Fehlermeldung gespeichert und später analysiert werden, auch mit fehlenden Daten. Sobald die Patientin, der Patient entlassen wurde, kann das Austrittsdatum vervollständigt und der Fall abgeschlossen werden. Dasselbe gilt für das Entfernungsdatum des Blasenkatheters.

Um die Vollständigkeit der Daten im Rahmen des quartalsweisen Feedbacks an die Spitäler sicherzustellen, verpflichten sich die teilnehmenden Spitäler die Quartalsdaten des vorhergegangenen Quartals jeweils per 10. des Folgemonats, also per 10. Januar, 10. April, 10. Juli und 10. Oktober zu komplettieren.

Für die Quartalsauswertung werden Angaben aller im entsprechenden Quartal hospitalisierten Patientinnen und Patienten benötigt, unabhängig davon, ob diese bereits im Vorquartal eingetreten sind oder erst im Folgequartal austreten. Deshalb wurde als Deadline für den Abschluss der quartalsweisen Dateneingabe jeweils der 10. des Folgemonats festgelegt. Bei Patientinnen und Patienten, die zu diesem Zeitpunkt noch hospitalisiert sind, kann der Fall noch nicht abgeschlossen werden. Die noch unvollständigen Daten dieser Fälle müssen aber dennoch bis am 10. des Folgemonats in der zentralen Datenplattform erfasst und abgespeichert werden, damit sie in die Auswertung einfliessen können.

Die teilnehmenden Spitäler verpflichten sich mindestens ein Jahr an der Surveillance teilzunehmen. Die Daten können quartalsweise bis zum 10. des Folgemonats übermittelt werden, eine tägliche Datenerfassung ist nicht notwendig.

Internationaler Standard für CAUTI sind die Definitionen des National Healthcare Safety Networks NHSN.

Basierend auf den eingegebenen Daten zum Blasenkatheter, klinischen Symptomen und mikrobiologischen Resultaten wird die Infektionsdiagnose nach den Kriterien des NHSN in der zentralen Datenplattform automatisiert gestellt und direkt ausgewiesen. Es ist möglich, die Infektionsdiagnose in Ausnahmefällen manuell anzupassen, wozu jedoch zwingend eine Begründung notwendig ist.

Das Feedback an die Spitäler erfolgt im Rahmen von quartalsweisen spitalindividuellen Auswertungen (CUR und CAUTI-Raten) mit der Möglichkeit eines anonymisierten Vergleichs mit anderen Spitälern.

Die Spitäler haben jederzeit die Möglichkeit die eigenen Daten direkt auf der Datenplattform mittels eines Abfragetools zu analysieren (inklusive Vergleich mit den anderen Spitälern) oder die eigenen Daten zu exportieren.